Samstag, 15. Juni 2013

Sarek-Tour 2013: Ich packe meinen Koffer (4) - Gewichtige Glaubensfragen


Gegenwärtig werde ich mit 20 Kilogramm starten. Allerdings nicht auf dem Rücken. 4,7 Kilo verteilen sich auf Kleidung, Schuhe, Gürtel, Taschenmesser, Kompass, etc. am Körper. Die verbleibenden 15,3 Kilogramm sind im Rucksack und der Rucksack selbst. Ein paar (Glaubens-)Fragen entscheiden darüber, ob das Startgewicht weiter steigt - oder sogar weniger wird.

Dafür, dass wir mit 20 Kilogramm Obergrenze für jeden Rucksack geplant hatten, sind 15,3 Kilo kein schlechtes Ergebnis. Davon verbrauchen sich während der neun Tage 4,3 Kilogramm Nahrung. Bleiben am Ende der Tour (rein rechnerisch) 11 Kilogramm.

Tatsächlich ließe sich noch ein knappes Kilo einsparen, wenn ich auf eine zweite Trekkinghose und ein zweites Kompressionsshirt verzichte, und statt eines Synthetik-Schlafsacks einen Daunen-Schlafsack mitnehme. Das bringt uns zu

(Glaubens-)Frage 1: Synthetik vs. Daune


Kunstfaser links, Daune rechts: Mountain Hardwear Lamina 20 vs. Kathmandu Pacesetter Epic v3
Kunstfaser verträgt Feuchtigkeit besser (mit der man im Sarek rechnen muss). Daune ist leichter, besser komprimierbar und hat aus meiner Sicht ein angenehmeres Schlafklima. Den Unterschied in den Komfort-Temperaturen halte ich für vernachlässigbar. Im Moment schlägt die Waage für Daune aus. Wenn man ein bisschen aufpasst, wird der Schlafsack auch nicht nass. Eine Fünftagestour durch die peruanischen Anden hat er auch wunderbar überstanden. Und da hatten wir jede Nacht Regen und Kondenswasser. 

Als Iso-Matte (Mitte) kommt in jedem Fall die Therm-A-Rest Prolite Plus in der kürzesten Ausführung mit. Als Seitenschläfer brauche ich nachts ein ordentlich gepolstertes Becken. Guter Schlaf ist auf einer Tour nicht zu unterschätzen. Ohne sinkt über die Zeit das Konzentrationsvermögen und zumindest ich werde dann irgendwann dünnhäutig. Eine hervorragende Überleitung zu

(Glaubens-)Frage 2: Synthetik vs. Merino

 

Wechselwäsche: Kompressionsshirt lang/ Kompressionsshirt kurz/2x Unterhose/2x Merino-Socken/Stoffbeutel zur Unterbringung
Eine dünne Bekleidungsschicht (Layer) auf der Haut wärmt und transportiert idealerweise Feuchtigkeit, also Schweiß, vom Körper weg. Abgesehen von den Merino-Socken setzen wir bei der Sarek-Tour bewusst auf Synthetik als Base-Layer. Kunstfasern stinken zwar schneller als die Premium-Wolle, trocknen aber deutlich besser. Da wir unterwegs genug Wasser haben, waschen wir lieber öfter, trocknen die Sachen während wir laufen und haben so immer ein Set wirklich frischer Wäsche. Bei einer Tour mit weniger Waschgelegenheiten würde ich das fantastisch geruchsresistente Merino auch als Oberbekleidung vorziehen.

(Glaubens-)Frage 3: Zelt vs. Tarp


Freiluftschlafen: Unter einem Tarp ist man näher an der Natur, aber auch exponierter, wenn sie launisch wird.
Im Sarek für uns nicht wirklich eine Glaubensfrage. Klar ist man deutlich leichter unterwegs, wenn man nur unter einer abgespannten Plane schläft. Aufgrund des launischen Wetters und nicht zuletzt wegen der Mücken dürften die lappländischen Nächte damit aber einigermaßen unentspannt sein. Wir begnügen uns also mit dem Robens Osprey 3 EX Tunnelzelt.

Unser mobiles Zuhause: Robens Osprey 3 EX in Norwegen 2010
Das Gewicht teilen wir auf drei Personen auf. Einer trägt das Außenzelt (ich), einer das Innenzelt und eine das Gestänge und die Heringe. Das Außenzelt ist im derzeitigen Gesamtgewicht enthalten.


(Glaubens-)Frage 4: DSLR vs. Kompaktkamera



Für mich die schwierigste Frage von allen. Im Sarek erwarten uns tolle Motive, das spricht für eine Kamera mit hochwertiger Bildverarbeitung und Qualitätsobjektiv. Diese Eigenschaften haben beide in ihrer jeweiligen Klasse. Denkt man nur an die Auflösung für Posterdruck, zieht die Lumix mit 12 Megapixeln der EOS mit 8 Megapixeln davon.

Ich will hier aber nicht die beiden Datenblätter gegenüberstellen. Da würde man Äpfel mit Birnen vergleichen. Bei Größe und Gewicht punktet die Lumix in jedem Fall. Die EOS erscheint mir vergleichsweise sperrig, muss in eine extra Kameratasche, die muss man umhängen, das pendelt und scheuert, Regen, Furten, wasserdichter Packsack.... Bis heute bin ich zu keinem abschließenden Urteil gelangt, tendiere aber zugunsten der Beweglichkeit zur Kompaktkamera.



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